Die Deutschlandtour des Martin Lejeune

Der „schreibende Hamas-Kombattant“ (taz) Martin Lejeune setzt im Oktober seine Veranstaltungstour durch die Bundesrepublik fort, in deren Rahmen er über seine jüngsten Erfahrungen in Gaza referieren will. 

Während der jüngsten Auseinandersetzung zwischen Israel und der Hamas hielt sich der Journalist in Gaza-Stadt auf und berichtete von dort. Lejeune arbeitetet in der Vergangenheit u.a. für die taz, die Frankfurter Rundschau, Neues Deutschland und den Deutschlandfunk. Aufsehen erregte Lejeune im August, weil er die Hinrichtung mehrerer von ihm als “Kollaborateure” bezeichneter Palästinenser durch die Hamas als “legal” und die Versorgung der Angehörigen der Ermordeten als „sehr sozial“ bewertete, was zu heftiger Kritik von diversen Kollegen führte. Auf seinem Blog und bei Facebook veröffentlichte er unter anderem das Bild eines kleinen Jungen im Kampfanzug und mit Spielzeuggewehr – dazu titelte Lejeune: „Born in Gaza, ready to die for Gaza“. In seinen Reportagen kann es gar nicht blutrünstig genug zugehen: Allerorten sieht er herausgerissene Organe, riecht Blut. Sein Fazit: „Der Tod ist ein Meister aus Israel“.

Das Medienportal Meedia fragte in Richtung Lejeunes, ob dieser sich bewusst sei, dass “er für die Propaganda derjenigen, die Israel am liebsten von der Landkarte radieren wollen, eine ungemein nützliche Figur ist?”. Und weiter kritisierte Meedia: “Hat er keinen Sinn dafür, dass es ganz und gar unpassend, geschmacklos und geschichtsvergessen ist, eine perfide Umdichtung von Paul Celans “Todesfuge” in seinem Blog zu veröffentlichen, in der die Zeile “Der Tod ist ein Meister aus Deutschland” zu “Der Tod ist ein Meister aus Israel” gemacht wird?” Für Kritik sorgte auch, dass Lejeune zu Unrecht immer wieder behauptete, zum Zeitpunkt des Konflikts der einzige deutsche Reporter in Gaza gewesen zu sein – aufgrund fehlender Galubwürdigkeit wollen mittlerweile nur noch wenige mit ihm arbeiten.

Anlässlich der Kundgebung „Nie wieder Judenhass“ in Berlin postete Lejeune bei Facebook seine ganz eigene Sicht der Dinge: „Der Antisemitismus in Deutschland richtet sich gezielt gegen Araber. Die Araber müssen den Begriff Semitismus zurückerobern. Am besten mit einem großen Protest in Berlin“ – Israel bezichtigt er des Genozids. Eine Veranstaltung mit Lejeune am 30.09. in Hamburg führte bereits zu Protesten von verschiedenen Organisationen. Es wäre wünschenswert, dass die Auftritte des Journalisten und “Völkerkundlers” (Zitat: “Palästinenser sind so schlau wie die Libanesen, intelligent wie die Iraker, starke Kämpfer wie die Algerier und gastfreundlich wie die Syrer”) auch in Köln, Essen, Bonn oder Berlin zu Protesten führen werden.

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